Fachvorträge

Dr. Jennifer Dröse ...

ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Lena Wessel (Fachgruppe Didaktik der Mathematik, Universität Paderborn). Sie promovierte zum Thema „Textaufgaben lesen und verstehen lernen“ bei Prof. Dr. Susanne Prediger. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehört die Entwicklung und Erforschung von Lehr-Lernarrangements zur Förderung von fachspezifischen Lese-/Verstehensstrategien und Sprachbewusstheit für Textaufgaben sowie die Professionalisierung von (angehenden) Lehrkräften.

Vortrag: Sprachliche und mathematische Herausforderungen im Umgang mit Textaufgaben

Textaufgaben werden im Mathematikunterricht aller Jahrgangsstufen vielfach eingesetzt, um Realitätsbezüge zu schaffen. Sie verbinden dabei Mathematik und Sprache, stellen jedoch hohe Anforderungen auf verschiedenen Ebenen im Bearbeitungsprozess an alle Lernende. Der Vortrag thematisiert und diskutiert diese Anforderungen und die damit verbundene Herausforderungen anhand ausgewählter Praxisbeispiele und gibt einen Ausblick auf die Diagnose und Förderung. 


Workshop: Herausforderungen im Umgang mit Textaufgaben begegnen – praktische Anregungen

Aufbauend auf den Ausführungen des Vortrags werden im Workshop zum einen mögliche Aufgaben und Aktivitäten zur Diagnose der unterschiedlichen Herausforderungen im Bearbeitungsprozess und deren Ursachen präsentiert und diskutiert. Zum anderen erfolgt eine Einführung in und eigenständige Erprobung von Aufgaben und Aktivitäten im Hinblick auf eine produktive Förderung. Ihr Einsatz sowohl im Klassenunterricht, als auch in Kleingruppen- oder Einzelsettings wird dabei diskutiert und geplant.

 

Prof. Dr. Klaus-Peter Eichler

  • Professor für Mathematik und ihre Didaktik an der PH Schwäbisch Gmünd und an der NORD University Bodø (Norway),
  • leitet die Studiengänge Integrative Lerntherapie an der PH Schwäbisch Gmünd mit den Studienorten Schwäbisch Gmünd und Berlin,
  • betreibt die Website www.mathematikus.de


Vortrag: Die Verbindung von Arithmetik und Geometrie – Chance für eine kindorientierte Gestaltung von Lernprozessen
Geometrische Aktivitäten sind motivierend, tragen zur Erschließung der Umwelt bei und helfen zugleich, wesentliche allgemeine Lernvoraussetzungen zu sichern. Auf den langfristigen Erfolg des Mathematikunterrichts hat die produktive Verbindung von Arithmetik und Geometrie entscheidenden Einfluss: 

• Geometrische Aktivitäten können Ausgangspunkt und Anlass für arithmetische Betrachtungen sein. 

• Umgekehrt können arithmetische Fragestellungen geometrisch veranschaulicht und damit besser verstanden werden. Kinder können arithmetische Beziehungen im wahrsten Sinne des Wortes „einsehen“. 

Die Fähigkeit, mit mentalen visuellen Bildern zu operieren ist Basis für arithmetische Leistungen. Geometrische Aktivitäten tragen zur Entwicklung dieser Fähigkeit bei, motivieren und sichern den Anschauungshintergrund für arithmetische Sachverhalte. Damit sind sie ein Mittel zur Förderung aller Kinder. 

 

Im Vortrag werden ausgehend von den theoretischen Grundlagen Konsequenzen für die lerntherapeutische Arbeit dargestellt und an Beispielen illustriert: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen originelle geometrische Aktivitäten ebenso kennen wie Möglichkeiten, sie mit arithmetischen Fragestellungen zu verbinden und auf diese Weise Kinder zu fördern. 

 

Workshop: Würfelbauten als ein Tool zur Diagnose und Förderung mathematischer Kompetenzen 
Vorgestellt und ausprobiert wird der Einsatz von Würfelbauten für die mathematischen Diagnostik und den Einsatz in der Förderung.  

Prof. Dr. Cordula Löffler …

lehrt an der PH-Weingarten und ist Studiengangsleitung für den Masterstudiengang Alphabetisierung und Grundbildung sowie Studiengangsleitung für den Bachelorstudiengang Logopädie


Ihre Schwerpunkte in der Forschung sind

  • Schriftspracherwerb 
  • Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten 
  • Entstehung und Prävention von Analphabetismus 
  • Lehrerfortbildung 
  • Spracherwerbsstörungen


Vortrag: Fächerübergreifender Einsatz von Sprachförderstrategien

In der frühkindlichen Bildung hat sich die alltagsintegrierte Sprachförderung bewährt, in ersten Studien konnte ihre Wirksamkeit nachgewiesen werden. Die Strategien der alltagsintegrierten Sprachförderung lassen sich aber auch bei ein- und mehrsprachigen Kindern im Schulalter einsetzen, in den Schulalltag sowie die Lerntherapie können sie fächerübergreifend integriert werden.

 

Workshop: Fächerübergreifender Einsatz von Sprachförderstrategien in der Lerntherapie: Einblicke in die Praxis

Wie eine alltagsintegrierte und fächerübergreifende Sprachförderung bei ein- und mehrsprachigen Kindern im Schulalltag sowie in der Lerntherapie gelingen kann, wird anhand von Fallbeispielen erarbeitet. Der Fokus liegt auf Modellierungstechniken sowie der Wortschatzförderung, aber auch das Sprachförderpotenzial von Fragen wird thematisiert.

Prof. Dr. Charlotte Rechtsteiner

ist seit seit 2016 Professorin für Mathematik und ihre Didaktik (Grundschule) an der PH Ludwigsburg und Leiterin der Beratungsstelle für Kinder mit Lernschwierigkeiten in Mathematik

Forschungsschwerpunkte:

  • Entwicklung und Förderung flexibler RechenkompetenzenFörderung von Kindern mit LernschwierigkeitenLernen in heterogenen Settings
  • Flexible Rechenkompetenzen von Studierenden und Lehrerkräften


Vortrag: Kinder auf dem Weg zum Rechnen begleiten 

Prävention, Diagnostik und Förderung nehmen Herausforderungen im Lernprozess in den Blick – jeweils aus anderer Perspektive. 

Beim präventiven Arbeiten in einem guten Mathematikunterricht werden ein umfassender Zahlbegriff, Operationsverständnis und strategische Werkzeuge entwickelt. Bei der Diagnostik wird der Frage nachgegangen, inwieweit diese Herausforderungen entwickelt werden konnten oder zu Stolpersteinen wurden. In der Förderung wiederum bilden genau diese Stolpersteine die Grundlage für die Arbeit mit den Kindern. Neben diesen Inhalten spielt die Entwicklung von Zahl- und Aufgabenbeziehungen auf dem Weg zum Rechnen eine zentrale Rolle. 

Im Vortrag sollen diese Zusammenhänge mit Blick auf Prävention und Förderung ausgeführt und diskutiert werden. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Fördersituationen angelegt werden können, um Förderziele zu erreichen. 

 

Workshop: Kinder auf dem Weg zum Rechnen begleiten – praktische Anregungen 

Der Workshop gliedert sich in zwei Teile: Basierend auf den theoretischen Ausführungen des Vortrags werden im Workshop Aktivitäten zur Zahlenblickschulung mit Blick auf Förderung vorgestellt und erprobt. Diskutiert werden soll dabei auch, wie Förderung systematisch aufgebaut werden kann. 

Im zweiten Teil soll konkret die Arbeit mit den Kindern im Mittelpunkt stehen. Dabei sind folgende Fragen leitend: Wie können Kinder mit Hilfe dieser Aktivitäten und gezielten Impulsen kognitiv aktiviert und damit zur aktiven Auseinandersetzung und zum Lernen angeregt werden? 

Prof. Dr. Steffi Sachse …

ist seit 2013 Professorin für Entwicklungspsychologie mit dem Schwerpunkt Sprachentwicklung an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, in der Lehre zuständig für die Ausbildung im Bereich Psychologie/Diagnostik angehender Sprachheilpädagog:innen sowie von Frühpädagog:innen. 


Wichtige vorherige Stationen: Mitarbeit und Promotion in der Kinder- und Jugendpsychiatrie der LMU München in der Abteilung von Entwicklungsstörungen, danach Leitung der Arbeitsgruppe "Sprache und Schriftspracherwerb" am Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen, Universität Ulm


Schwerpunkte in der Forschung: 

  • Früherkennung/-diagnostik von Sprachentwicklungsverzögerungen, Prognose und Prädiktion der Sprachentwicklung dieser Kinder
  • Erfassung sprachlicher Leistungen, Diagnostik von Sprachentwicklungsstörungen 
  • Sprachförderung in Kindertagesstätten und deren Evaluation,
  • Mehrsprachigkeit – Frühdiagnostik, Förderung in Kindertagesstätten, Elternberatung
  • Vorläuferfähigkeiten des Lesens und Schreibens/Literacy – Diagnostik und Förderung, früher Schriftspracherwerb


Vortrag: Mehrsprachige Entwicklung 

Das Aufwachsen mit mehreren Sprachen stellt heute auch in Deutschland einen Normalfall der sprachlichen Entwicklung dar. Wie kann mehrsprachiges Aufwachsen gelingen? Welche Bedingungen sind besonders förderlich? Was bedeutet mehrsprachiges Aufwachsen vor dem Hintergrund von Entwicklungsstörungen im Bereich Sprache und Schriftsprache? Der Vortrag gibt einen Überblick über aktuelle Erkenntnisse in Bezug auf „Wissen und Mythen“ für den Themenbereich Mehrsprachigkeit.

 

Workshop: Diagnostik im Kontext von Mehrsprachigkeit

Ein mehrsprachiges Aufwachsen von Kindern stellt große Herausforderungen an die Diagnostik von Entwicklungsstörungen im Bereich Sprache und Schriftsprache. Die Entscheidung, ob bei einem Kind eine sprachliche Förderbedürftigkeit (in der Umgebungs- und Bildungssprache Deutsch) vorliegt oder ob die sprachliche Entwicklung im Kontext einer Entwicklungsstörung beeinträchtigt ist, ist mit vielen Unsicherheiten verbunden. 

Im Workshop soll es ein Vorgehen für die Diagnostik von Sprachentwicklungsstörungen bei mehrsprachigen Kindern vorgestellt werden und dieses im Anschluss mit eigenen Beispielen der Teilnehmer*innen aus dem Bereich der schulischen Entwicklungsstörungen verknüpft werden.

Ass.-Prof. Dipl.-Sprachwiss. Susanne Seifert

Dipl. Patholinguistin, akademische Lese-Rechtschreibtherapeutin dbs, Dyslexie-Therapeutin nach BVL; ist seit 2012 wissenschaftliche Mitarbeiterin und seit 2018 Assistenz-Professorin für Inklusive Bildung bei Prof. Barbara Gasteiger-Klicpera an der Universität Graz. Sie promovierte 2015 zum Thema „Entwicklung und Evaluierung eines wortschatzbasierten Förderkonzeptes zur Verbesserung der Lesefähigkeiten von Kindern im Unterricht sprachlich heterogener Grundschulklassen“ bei Prof. Gasetiger-Klicpera an der Universität Graz. Die Dissertation wurde mit dem Forschungspreis des Landes Steiermark 2017 ausgezeichnet und die entstandenden Materialien erst kürzlich (2021) mit dem Europäischen Sprachensiegel vom ÖSZ im Auftrag des BMBWF und des OeAD ausgezeichnet.

Vortrag: Der Zusammenhang zwischen der Lese- und Sprachentwicklung 

Lesen stellt eine komplexe Fähigkeit dar, deren Erwerb eng mit dem (Recht-)Schreiberwerb verbunden ist. Jedoch ist der Erwerb der Lesefähigkeiten insbesondere im Kontext sprachlicher Entwicklung zu sehen. Sprachliche Fähigkeiten können die Entwicklung des Schriftspracherwerbs vorhersagen. Da bei Kindern mit einer Lesestörung (oder LRS) häufig anamnestisch Sprachentwicklungsstörungen bekannt sind und auch jene Kinder oft komorbide sprachliche Beeinträchtigungen zeigen, rückt dieser Vortrag diesen wichtigen Zusammenhang zwischen sprach- und schriftsprachlichem Erwerb in den Fokus und geht auf neueste Befunde dazu aus einer bundesweiten Umfrage mit LRS-TherapeutInnen ein. 

 

Workshop: Wortschatz erfassen und fördern in Verbindung mit LRS-Therapie 

Im deutschsprachigen Raum gibt es eine wachsende Anzahl an Kindern, die eine von der Unterrichtssprache Deutsch abweichende Erstsprache sprechen. Diese Kinder haben ein erhöhtes Risiko, Leseschwierigkeiten zu entwickeln, wobei insbesondere das Leseverständnis aufgrund von sprachlichen Defiziten problematisch sein kann. Im Leseunterricht, aber auch in der LRS-Therapie spielt Wortschatzarbeit daher eine wichtige Rolle. Im Unterricht sollte Wortschatzarbeit einen wesentlichen Aspekt darstellen, von dem sowohl Kinder mit Erstsprache Deutsch als auch Kinder mit einer anderen Erstsprache profitieren können.

Ziel dieses Workshops ist es, Anregungen für Wortschatzarbeit, die auf Entwicklungen von Unterrichtsmaterialien und Diagnostikverfahren in Österreich beruhen, zu geben. Begonnen wird mit der Vorstellung des Grazer Wortschatztests (GraWo), bevor anschließend Möglichkeiten zur Organisation und Auswahl sowie zur Vermittlung von themenbezogenen Wortschatzwörtern präsentiert, ausprobiert und diskutiert werden. 

Zusätzliche Workshops

Katrin Eisfeld

Was bedeutet das? Begriffsbildung in der Mathematik unterstützen 

Begriffe schaffen Struktur, Ordnung und ermöglichen Modellierungs- und Transferleistungen. Die Kinder müssen in der integrativen Lerntherapie von der nicht sprachlichen Handlung und konkreten Anschauung zum sprachlichen Handeln begleiteten werden, um ein abrufbares sprachliches Begriffsnetz ausbilden.   

Anhand von praktischen Beispielen aus dem Bereich der Mathematik soll im Workshop ein bewusstes Arbeiten mit der Begriffsbildung verdeutlicht und diskutiert werden. 

Heidemarie Laufenberg-Born

Studium der Theologie und Anglistik für das Lehramt an Gymnasium (geb.: 1957). Lerntherapeutin in eigener Praxis. Integrative Lerntherapeutin (FiL), Systemische Familientherapeutin (SG), Entwicklung methodisch-didaktischer Konzepte für Kinder mit LRS und Rechenschwäche, Entwicklung und Autorin eines Lese-Rechtschreibaufbaus. Lehrtherapeutin im „Lernborn Fortbildungsinstitut“ und Entwicklung der Weiterbildung „Systemischer Lerncoach“.

 

Die Richtik-valsch-Krenze systemisch knacken

Das systemische Denken betrachtet die Vermittlung von Lerninhalten wie Mathematik oder den Umgang mit Buchstaben nicht als die Vermittlung von Wahrheit, sondern die Kommunikation über Wahrnehmungen der Welt. Richtig und falsch hängen von der Betrachtungsweise ab:  5:5=0, kann hier auch Sinn machen.

Die Aufgabe der Lernbegleiter bleibt es, Lerninhalte so zu vermitteln, dass sie innerhalb unseres gesellschaftlichen Rahmens funktionstüchtig angewendet werden können. Wie kann Lerntherapie methodisch und kommunikativ gestaltet werden, damit die individuellen Bedürfnisse der Kinder nach Autonomie, Selbstwirksamkeit und sozialer Anerkennung berücksichtigt und die Grenzen zwischen Erfolg und Versagen aufgeweicht werden?

ONLINE DISKUSSION

Der Diskussionsraum „Zukunft der Lerntherapie“ wird moderiert von


  • Marcus Kurth  - Lehrer und Integrativer Lerntherapeut (FiL), FiL Vorstandsmitglied 


  • Dr. Stephanie Rösch - Hektor Institut für empirische Bildungsforschung, Uni Tübingen, FiL Vorstandsmitglied 



Der Diskussionsraum „Lerntherapie unter Corona“ wird moderiert von


  • Tila Tabea Brink - Psychologin und Integrtaive Lerntherapeutin (FiL), FiL- Vorstandsmitglied


  • Dr. Irene Corvacho del Toro - Sprachwissenschaftlerin und akademische Oberrätin, FiL- Vorstandsmitglied 

Tila Tabea Brink

Dr. Stephanie Rösch


Dr. Irene Corvacho del Toro

Markus Kurth